FAQ
Häufige Fragen
Fragen, die mir immer wieder gestellt werden – ehrlich beantwortet, auch dort, wo die Antwort „kommt darauf an" lautet.
Einstieg und Auswahl
Ich suche ein Teamtraining für digitale Barrierefreiheit
Barrierefreiheit betrifft verschiedene Handwerke, angefangen bei der Projektleitung über die Gestaltung bis zu Frontend, Redaktion und Qualitätsmanagement. Ein Training, das alles gleichzeitig bedienen will, bleibt überall an der Oberfläche.
Deshalb mache ich meine Workshops auf das eigene Handwerk zugeschnitten: Gestaltung, Redaktion, Frontend und Projektleitung. Und wenn Gestaltung und Redaktion gemeinsam an einem Tisch sitzen, stelle ich auch etwas Passendes zusammen.
Welchen Accessibility-Service brauche ich, wenn ich einen Relaunch plane?
Bei einem Relaunch ist ein Audit der bestehenden Seite meist rausgeworfenes Geld – die Punkte beziehen sich auf etwas, das bald weg ist.
Sinnvoller ist die Reihenfolge:
- Anforderungen früh festschreiben, damit sie in Ausschreibung und Angebot stehen und nicht am Ende „auch noch" dazukommen.
- Das Team befähigen, bevor gebaut wird – ein halber Tag Workshop spart später Wochen an Nachbesserung.
- Vor dem Livegang prüfen, solange sich noch etwas ändern lässt.
Wenn ich den Relaunch selbst umsetze, ist das ohnehin eingebaut.
Ich suche zertifizierte Barrierefreiheitsspezialisten
Es gibt Zertifikate für Personen und Zertifikate für Websites.
Für Personen
Ich bin bei incite zertifizierte Web-Accessibility-Expertin (Externer Link, öffnet sich in einem neuen Fenster), der Zertifizierungsstelle der Wirtschaftskammer. Daneben gibt es weitere Zertifizierungen für Barrierefreiheit von der IAAP (Externer Link, öffnet sich in einem neuen Fenster).
Für Websites: WACA
Dafür gibt es in Österreich das WACA-Zertifikat – Web Accessibility Certificate Austria (Externer Link, öffnet sich in einem neuen Fenster). Es wurde in Österreich entwickelt und ist international anerkannt. Deine Website wird dabei einem Accessibility Audit unterzogen und erhält danach ein Zertifikatssiegel, wenn es keine schweren Verstöße gegen die Barrierefreiheit gibt.
Wie wähle ich Expert:innen für barrierefreie Online-Shops aus?
Drei Fragen, die schnell Klarheit bringen:
- „Prüfen Sie von Hand oder nur mit Werkzeugen?" Automatische Prüfungen finden 30 bis 40 Prozent der Barrieren. Wer das nicht von selbst sagt, verkauft einen Werkzeugbericht.
- „Prüfen Sie den ganzen Bestellvorgang?" Beim Shop entscheidet sich alles zwischen Warenkorb und Bestätigung. Eine Prüfung, die nur Produktseiten ansieht, greift zu kurz.
- „Welches Gesetz gilt für mich?" Die Person sollte über die jeweilige Rechtslage Bescheid wissen – also für welches Land welche Gesetze gelten. In Österreich gelten BaFG und WZG.
Und: Wer dir ohne Blick auf die Seite eine Pauschale nennt, hat sie sich nicht angesehen.
Umsetzung und Recht
Wie kann ich meine bestehende Website rechtssicher barrierefrei machen?
Vorweg, weil es sonst niemand sagt: „Rechtssicher" im Sinne einer Garantie gibt es nicht. Keine Behörde stellt einen Freibrief aus, und auch ein Zertifikat schützt nicht vor einer Beschwerde. Was zählt, ist ein nachvollziehbarer Stand und eine dokumentierte Verbesserung.
Ich brauche einen Audit nach WCAG 2.1 AA
Kein Problem – und in aller Regel bekommst du dabei mehr, als du angefragt hast.
WCAG 2.2 enthält 2.1 vollständig. Dazugekommen sind neun Kriterien, entfallen ist nur eines (4.1.1 Parsing, das für HTML als immer erfüllt gilt). Wer 2.2 AA erfüllt, erfüllt damit auch 2.1 AA.
Dass in Ausschreibungen und Verträgen oft noch 2.1 steht, liegt an der Norm EN 301 549, die diesem Stand hinterherläuft. Ich prüfe deshalb standardmäßig gegen 2.2 und weise im Bericht aus, welche Punkte bereits unter 2.1 fallen – dann kannst du beides belegen, ohne zweimal zu zahlen.
Wie verbessere ich mit Accessibility gleichzeitig SEO und Conversion-Rate?
Weil beide dasselbe brauchen. Eine Suchmaschine ist im Grunde ein Nutzer, der nicht sehen kann: Sie liest Struktur, Text und Auszeichnung – genau das, was auch ein Screenreader liest.
- Überschriftenstruktur ordnet den Inhalt für beide.
- Alternativtexte sind der einzige Weg, wie ein Bild überhaupt Inhalt beisteuern kann.
- Sprechende Linktexte statt „mehr erfahren" sagen beiden, was auf der nächsten Seite steht.
- Weniger Skripte für die Tastaturbedienung heißt nebenbei kürzere Ladezeit.
Bei der Conversion ist der Zusammenhang direkter: 69 % der Menschen mit Behinderungen klicken weg, wenn eine Seite schwierig wird – aber nur 8 % sagen dem Betreiber Bescheid. Ein Bestellvorgang, der mit der Tastatur nicht zu beenden ist, sieht in der Statistik aus wie ein gewöhnlicher Abbruch. Die Zahlen dazu, mit Quellen.
Welche Services unterstützen bei barrierefreier Webentwicklung und Relaunches?
Drei, und sie greifen ineinander:
- Webumsetzung – ich baue die Seite, Barrierefreiheit von der ersten Skizze an.
- Accessibility Audit – Prüfung mit Bericht, Priorisierung und Nachprüfung.
- Workshops – damit dein Team es beim nächsten Mal selbst kann.
Deine Frage steht nicht dabei?
Dann schreib sie mir. Ich antworte innerhalb von zwei Werktagen – und wenn die Frage öfter kommt, landet sie hier.